Toolmanagement mit SAP

1. Problemstellung und Szenario
In der zerspanenden Industrie sehen sich Werkleiter mit einer wachsenden Vielzahl und Anzahl von Komplettwerkzeugen und Werkzeugkomponenten konfrontiert die zu einer steigenden Komplexität und einem Verlust des Überblicks über vorhandene Werkzeugbestände führt.
Insbesondere in Großunternehmen kann sich ein unzureichender Überblick über die Werkzeuge und Werkzeugkomponenten im eigenen Unternehmen massiv auf die Kapitalbindung auswirken, da für gleiche Fertigungsprozesse unterschiedliche Werkzeuge beschafft werden, unabhängig vom Fertigungsvolumen Werkzeugvorräte vorhanden sind und Verschleißteile verbrauchsunabhängig eingelagert werden.
2. Toolmanagement und Toolmanagementsysteme
Toolmanagement ist "ein systematischer Ansatz und ein Regelwerk zur Durchführung von Werkzeugwechseln"; ein Toolmanagementsystem unterstützt alle "Tätigkeiten zur Steuerung der Ver- und Entsorgung von CNC-Maschinen mit Präzisionswerkzeugen" (je: Marczinski, G., Toolmanagement Systeme – Ein Baustein für die flexible Produktion, Aachen 2008, S. 4-5).
3. Toolmanagement mit SAP
Die Erweiterung der bestehenden Modullandschaft von SAP durch Integration eines speziell auf die Bedürfnisse des Toolmanagements abgestimmten Moduls beherbergt ein enormes Marktpotenzial für SAP.
3.1 Vorteile aus Sicht von SAP
Auf dem deutschsprachigen Markt gibt es nur wenige Nischenanbieter für Toolmanagementsoftware. Diese besitzen zwar dezidiertes Know-how, sind jedoch bedingt in der Lage, Anforderungen von Großunternehmen umfassend zu bedienen.
Marktpotential für SAP lässt sich beispielsweise durch Zahlen des statistische Bundesamts belegen: Allein in Deutschland gab es 1744 Großunternehmen im Jahr 2008, die der Branche „Verarbeitendes Gewerbe“ zuzuordnen sind.
Ferner hat SAP ein ihrem Kundenportfolio unter anderem 76% der weltweit größten Unternehmen, die zum Teil auch der zerspanenden Industrie zuzuordnen sind. Auch diese Kennzahl deutet auf ein enormes Potenzial hin, welches mit einem Toolmanagementmodul abgeschöpft werden könnte.
Nicht zuletzt ergibt sich aus der Komplexität der Toolmanagementthematik die Möglichkeit, ergänzende Beratungsleistungen zu verkaufen.
3.2 Vorteile aus Sicht der Kunden
Die systematische Integration von Toolmanagement birgt auch für Kunden der SAP, die der zerspanenden Industrie zuzuordnen sind, eine Vielzahl von Vorteilen:
Neben der Reduzierung der Stillstandszeiten, Kostensenkung bei den Werkzeugkosten, höhere Maschinenauslastung, Reduktion der Lagerkosten und Reduzierung des Personalaufwands durch Ablaufoptimierung.
Durch die nahtlose Integration des Toolmanegementmoduls in die bestehende SAP-Landschaft gibt es keine Wechsel in der Fertigung zwischen verschiedenen Systemen und es entsteht eine effizientere Kommunikation mit dem Einkauf, der Lagerverwaltung, der Produktionsplanung und –steuerung.
Diese Vorteile gilt es mit einer marktgerechten Strategie insbesondere Großkunden von SAP zu kommunizieren, um das vorhandene Marktpotenzial nutzen zu können.
Toolmanagement in SAP? Win-Win-Situation zwischen Anbieter und Anwender?
Freue mich über Anregungen und Kritik.

Kommentare
Enterprise Assest Management
Hallo B.K.,
Glückwunsch zu Deiner ersten Idee auf SPAiens! Ich finde Deine Idee auch Klasse. Für die Verwaltung des gesamten Lebenszyklus von technischen Anlagen gibt es die SAP-Lösung "SAP Service and Asset Management". Für mich geht Deine Idee in diese Richtung, da es dabei u.a. auch um die Planung von Wartungsarbeiten und die Verwaltung von Ersatzteilen geht. Richtig detailliert kenne ich mich allerdings mit dieser Thematik nicht so aus. Erste Infos dazu findest Du hier: http://www.sap.com/germany/solutions/sam/featuresfunctions/assetmanageme.... Ich würde Dir einfach mal vorschlagen etwas näher zu recherchieren, inwieweit das Enterprise Assest Management das Toolmanagement bereits abdeckt bzw. inwieweit man es in diese Richtung noch ergänzen könnte. VG - Claudia
Lean Methoden
Hallo,
ich finde diese Idee super. Es wäre eine klasse Unterstützung zur Umsetzung von Lean Production Methoden, bei denen z.B. die Rüstzeiten und -kosten reduziert werden sollen. Eine denkbare Erweiterung wäre eine Report für den Werkzeugleiter oder Toolmanagementleiter, bei dem durch Simulationen das Einsparpotenzial pro Maschine zu den Rüstzeiten und -kosten angezeigt wird und er dadurch die Lagerung (den Ort) von den Tools optimieren kann.